Suizidprävention

Suizidprävention

Die Anzahl der Suizide ist in den vergangenen Jahren leicht gesunken. Jedoch ist bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 25 Jahren ein Anstieg von fast 20% zu verzeichnen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass die Suizidrate durch gezielte Präventionsarbeit halbiert werden kann. Zielsetzung der Präventionsangebote ist eine Enttabuisierung und Sensibilisierung für das Thema Suizid bei sich und bei anderen.

Der Verein Lichtblick Flensburg e.V. leistet mit seiner Arbeit einen Beitrag dazu. Er ist in Schleswig-Holstein eine der wenigen Einrichtungen, die Suizidpräventionsarbeit  für Kinder und Jugendliche anbieten. Dem präventiven Angebot des Vereins liegen folgende zwei Konzepte zu Grunde, die von geschulten ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen durchgeführt werden:

„Das Märchen von der traurigen Traurigkeit“ – Suizidprävention für Schüler/innen der vierten Klasse.

Eigene Suizidgedanken sind in diesem Alter kein vorrangiges Thema für die Kinder. Jedoch können bereits erste Anzeichen depressiver Verstimmungen auftreten. Möglicherweise sind sie bereits durch ihr persönliches Umfeld mit dem Thema Suizid in Berührung gekommen.

Während der dreistündigen Unterrichtseinheit treten in einem Rollenspiel die Hoffnung und die Traurigkeit in einen gemeinsamen Dialog. So haben die Kinder die Möglichkeit sich mit den eigenen Erfahrungen, Impulsen und Haltungen zu dem Thema Traurigkeit auseinanderzusetzen. Es werden gemeinsam Lösungsmöglichkeiten und vorhandene Ressourcen erarbeitet sowie Hilfsmöglichkeiten aufgezeigt.

Das Alex-Modell – Suizidprävention für Jugendliche ab der achten Klasse

Lichtblick-Flensurg - Projekt Alex

Das Alex-Modell ist ein  Präventionsangebot für Schulklassen, Konfirmanden- und Jugendgruppen.

Schulen, Jugendzentren oder Kirchgemeinden sind Orte, an denen viele jungen Menschen zu erreichen sind. Dort machen sie prägende soziale Erfahrungen und haben oft die einzigen Ansprechpartner für ihre Sorgen, Nöte und Ängste.

Suizidprävention wirkt vor allem dort, wo Menschen miteinander in Kontakt  sind. Mittels der fiktiven Person „Alex“ als Projektions- und Identifikationsfigur haben die Jugendlichen die Möglichkeit, sich mit eigenen Erfahrungen, Impulsen und Haltungen zum Thema Suizid auseinanderzusetzen. Dabei steht die Reflexion der Gefühle stets im Vordergrund. Hilfsangebote und eigene Ressourcen werden gemeinsam erarbeitet und reflektiert.